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Werte Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden der Einsatzmannschaften und der Jugendabteilungen,

werte Leser,

 

nach guten 20 Jahren Dienstzeit als Kreisbrandmeister des Landkreises Waldshut beende ich mit Ablauf des Monates März 2018 meine aktive Dienstzeit und werde das ehrenvolle Amt an meinen bereits gewählten Nachfolger Dominik Rotzinger übergeben.

 

  Im Jahr 1976 hat mich ein damaliger Arbeitskollege ermuntert, in die Feuerwehr einzutreten. Bis dahin hatte ich keinerlei Berührungspunkte und kannte auch niemanden, der Mitglied in der Feuerwehr war. Ich ließ mich also überreden und trat im Januar 1977 in die Waldshuter Feuerwehr ein. Und von da an hat mich der Feuerwehrdienst nicht mehr los gelassen. Der damalige Stadtbrandmeister, der nach der Kommunalreform neu gegründeten Feuerwehr Waldshut-Tiengen, forderte und förderte mich enorm. Den ersten Lehrgang Atemschutzgeräteträger besuchte ich bereits knapp ein Jahr später an der Landesfeuerwehrschule. Der nächste Schritt war die Mitarbeit im Katastrophenschutz des Landkreises und die Absolvierung der notwendigen Lehrgänge an der Landeskatastrophenschutzschule zum Leiter der ABC-Melde- und Auswertestelle. Daraufhin folgten jährlich zwischen einem und zwei Lehrgängen, von Führungslehrgängen bis über alle Speziallehrgänge im Bereich Chemie- und Strahlenschutz. Im Katastrophenschutz übertrug man mir die Leitung von zwei Zügen und der Landrat übertrug mir zusätzlich die Aufgabe als Strahlenschutzbeauftragter. In meiner eigenen Feuerwehr übernahm ich den ersten Löschzug und den ABC-Zug. Aber auch im administrativen Bereich wurde ich eingesetzt und übernahm für mehr als 15 Jahre die Schriftführer- und Protokollführertätigkeit sowie den Posten des Kassenführers.

 Während meines Studiums an der Hochschule für öffentliche Verwaltung musste ich mein Engagement etwas zurückfahren. Doch danach konnte ich die Aufgaben wieder übernehmen. Eigentlich war ich mit Feuerwehraufgaben gut ausgelastet. Doch als absehbar war, dass der Kreisbrandmeister Ernst Kaiser altersbedingt im Jahr 1998 seine Tätigkeit aufgeben wird wurde ich von verschiedenen Kommandanten angesprochen, dessen Nachfolge anzutreten. Diese Aufforderung war für mich überraschend, da ich mit den Aufgaben eines Kreisbrandmeisters nicht vertraut war. Doch es formierten sich immer mehr Kommandanten und wünschten sich, dass ich mich um dieses Amt bewerbe. Die Entscheidung war nicht leicht, denn damit verbunden war auch ein beruflicher Wechsel.

 Das Thema beschäftigte meine Familie und mich sehr. Es war eine Chance aber auch eine Aufgabe, einhergehend mit einer hohen zeitlichen Beanspruchung. Nach intensiven Abwägungen habe ich mich beworben und trotz Gegenkandidaten eine sehr hohe Zustimmung erhalten. Bald jedoch stellte sich heraus, dass die Zustimmung der Kommandanten und die Wahl im Kreistag nicht die größte Hürde sein wird. Das Innenministerium forderte, im Vorgriff einer geplanten Rechtsverordnung, die Ausbildung zum gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst. Das bedeutete nochmals eine gut zweijährige Ausbildung bei Berufsfeuerwehren und an der Landesfeuerwehrschule mit Absolvierung der Staatsprüfung. Diese Zeit war sehr hart, extrem fordernd und mit vielen Unwägbarkeiten behaftet. Doch ich ging da durch und habe diesen Schritt nie bereut.

 Nun kann ich auf eine über zwanzigjährige Tätigkeit als Kreisbrandmeister zurückblicken. Eine abwechslungsreiche Zeit mit vielen Herausforderungen und vielen Begegnungen. Eine Zeit mit vielen Höhen, aber leider auch Tiefen. Es gab Momente, in denen ich die Zeit lieber wieder zurückgedreht hätte. Doch die Aufgabe war es stets wert, dass man sie nicht im Stich lässt und so kämpfte ich mich durch. Viele Aufgaben konnten umgesetzt werden, manchmal erst nach zähem Ringen. Manches blieb aber auch auf der Strecke, da trotz Engagement und viel Zeitaufwand die Zeit vielleicht noch nicht reif war oder diese einfach nicht ausreichte. Schnell musste ich auch feststellen, dass man als Feuerwehrmann in einer großen Verwaltung recht alleine ist und zum Einzelkämpfer wird. Umso mehr waren mir die Begegnungen mit den Kameraden in den Feuerwehren und im Kollegenkreis der Kreisbrandmeister im Land wichtig. Der Erfahrungsaustausch war für mich stets ein wichtiger Teil der Erholung und des Stressabbaus. Dennoch blieben in der langen Zeit der stets hohen Anspannung gesundheitliche Beeinträchtigungen leider nicht aus.

 Mir bleibt nun nur noch, was ich mit großer Hochachtung gerne tue, ein Wort des Dankes an alle, die mich über die lange Zeit unterstützt haben. Allen voran ein besonderer Dank an meinen Stellvertreter und Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Manfred Rotzinger, mit welchem ich die gesamte Amtszeit sehr eng und kameradschaftlich, ja freundschaftlich zusammenarbeiten durfte. Mein Dank geht aber auch an die stellvertretenden Kreisbrandmeister Klaus Felber, Andreas Kuhnert und Clemens Huber. Nicht vergessen möchte ich auch meinen Dank an die früheren Vertreter Christoph Breuer, Erich Strittmatter und Horst Kaiser.

 Vielen Dank an die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren und Werkfeuerwehren, die Jugendausbilder, die Feuerwehrausbilder, aber auch die Mitglieder der Fernmeldegruppe und des Führungsstabes. Alle zusammen sind und waren die wichtigen und unverzichtbaren Elemente des Feuerwehrwesens im Landkreis.

 Mein Dank gilt auch den anderen Hilfsorganisationen, den Vertretern der Polizeidienststellen, den Rettungsdiensteinheiten, den Kameradinnen und Kameraden des DRK der drei Kreisverbände, den drei THW-Ortsverbänden Waldshut-Tiengen, Laufenburg und Bad Säckingen, dem DLRG und den Bergwachteinheiten für die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit.

 Die Integrierte Leitstelle Waldshut gehörte zu einer meiner wichtigsten Einrichtungen. Der Beginn lag in einer gemeinsamen Leitstelle im DRK-Haus Waldshut und wurde über nahezu zwei Jahrzehnten zu einer modernen Integrierten Leitstelle für Rettungsdienst, Notarzt, Feuerwehr und Katastrophenschutz entwickelt. Vielen Dank an alle Disponenten der Leitstelle für die gute Zusammenarbeit aber auch einen besonderen Dank an den Leiter der Leitstelle Patrick Frey für die stets offene, freundliche und zielorientierte Bewältigung der immer wieder angestandenen hohen Anforderungen.

 Meinem Nachfolger Dominik Rotzinger wünsche ich eine glückliche Hand, starke Nerven, stets ein Quäntchen Gelassenheit, aber auch Freude und viel Erfolg bei der Bewältigung des anspruchsvollen Amtes.

 
Thomas J. Santl

Kreisbrandmeister a.D.